Porto & Douro Magazin | Miguel Braga – (m)ein Mann mit dem Schlüssel für Port Knox
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Auf der Suche nach dem Schlüssel für das flüssige Gold

Miguel Braga nennt seinen Weinkeller auf der Quinta do Mourão „Port Knox“ in Anlehnung an das amerikanische Fort. Dort befindet sich die Goldreserve des Schatzamtes der Vereinigten Staaten. Und damit total verständlich, dass Miguel seinen Weinkeller auch so nennt bei dem ganzen flüssigen „Gold“, das dort lagert. Und ähnlich wie bei dem amerikanischen Vorbild ist es schwierig, an die Schlüssel zu kommen. Ich habe es probiert – bisher vergeblich.

Quinta do Mourão – „Tausend mal berührt, tausend mal ist nichts passiert“, aber dann…

Das Weingut kenne ich – ehrlich gesagt – noch gar nicht lange, obwohl ich schon des Öfteren an der Quinta do Mourão vorbeigelaufen bin. Denn sie liegt idyllisch am Douro-Fluss direkt neben dem Luxushotel Six Senses. Nein, deshalb sind die Portweine kein geheimer Goldschatz, an die niemand ran darf. Denn Geschmack und Qualität von Miguels Weinen sprechen sich langsam herum. Auf große Weinmessen wie die Prowein in Düsseldorf geht Miguel Braga seltenst, die Interessenten kommen zu ihm. So wie auch wir.

Zufällig waren wir im November 2018 erstmalig auf einer Portweinmesse in Odense (Dänemark). Und dort haben wir Miguel getroffen, denn der dänische Markt ist ein besonderer Markt. Spirituosen sind dort zwar teurer als bei uns, aber sie mögen – ebenso wie die Engländer – super gern Portwein. Die Messe war echt gut besucht und sein Importeur wird gut zu tun gehabt haben.

Quinta do Mourão – der erfüllte Traum von einem eigenen Weingut

Diese Quinta, die sich auf Portwein spezialisiert hat, liegt fast neben der Quinta de Tourais, auf der wir sehr gerne wohnen, wenn wir im Douro-Tal sind. Fernando Coelho und Miguel Braga sind sozusagen Nachbarn. Und Fernando hat mir Miguel vorgestellt, wir haben die Chance gleich genutzt und uns einmal etwas durch das Sortiment probiert. Miguel hat mir erzählt, dass es früher fantastische Partys auf der Quinta de Tourais gab und er dort das erste Mal betrunken war.

Die Familie Braga – Dem Wein und der Region verfallen

Sein Vater Mário kaufte dieses und vier andere Weingüter in den 1970er Jahren und verwirklichte sich damit seinen Lebenstraum. Bis dato wohnte die Familie in Vila Nova de Gaia. Wie sollte man da auch nicht auf die Idee von einem eigenen Weingut bekommen, wenn sämtliche Nachbarn in Portwein machen und man in Vila Nova de Gaia manchmal auch den typischen Portweingeruch in den Straßen wahrnimmt.

Mário begann mit der Herstellung von Weinen, die er an die Portweinhäuser verkaufte. Schon damals verbrachte sein Sohn und Nachfolger Miguel seine Sommerferien im Douro-Tal und arbeitete, seit er zwölf Jahre alt war, bei der Weinlese mit.

Mário Braga wuchs in Gaia auf, mit vielen Freunden, dessen Familien im Portwein arbeiteten. Durch diese Familien lernte er die Weine zu lieben und träumte davon, Weinberge im Douro zu besitzen (Einwurf der Verfasserin: ich träume auch davon und hoffe, dass dieser Traum wahr wird) und selbst eines Tages Portweine zu machen.

Quinta do Mourão – ein Weingut, das man sich merken sollte

1972 war es soweit. Er kaufte die Quinta do Mourão zusammen mit 4 anderen Häusern. Von da ab verbrachte Miguel seine Sommerferien im Douro und arbeitete seit seinem 12. Lebensjahr bei jeder Ernte. Jedoch machte sein Vater niemals selbst Portweine, sondern verkaufte den Traubensaft an große Portweinhäuser.

Als Mário 1999 starb, hatte die Familie zwei Möglichkeiten. Das Weingut zu verkaufen oder es selbst zu übernehmen. Der Entschluss stand schnell fest. Die Familie gründete das Unternehmen Mário Braga Herdeiros (das heißt so viel wie die „Erben von Mário Braga). Das Weingut wurde umgebaut und seit 2005 widmet sich Miguel ganz und gar dem Weinbau. Denn er wollte nicht nur den Traubensaft verkaufen, sondern selbst Portwein herstellen… wie auch sein Vater.

John James Forrester – ein Name der Geschichte, auch auf der Quinta do Mourão

Wie alt das Weingut schon ist, beweist die berühmte Douro-Weinkarte von John James Forrester aus dem 19. Jahrhundert. Denn dort ist die Quinta do Mourão schon verzeichnet. Die Kapelle am westlichen Ende des Gebäudes wurde auf das 16. Jahrhundert datiert. Die Familie geht davon aus, dass das Haupthaus, das inzwischen wieder restauriert ist, um die gleiche Zeit gebaut wurde.

Heute verbringt die Familie ihre Ferienzeit dort und ist natürlich während der Ernte anwesend – Ein schönes, beeindruckendes Anwesen, das auch mit einem besonderen Blick auf den Douro besticht.

Die Familie produziert zwar auch gute Tafelweine, aber Miguels Herz hängt an den Tawnies. Ihre Portweine werden unter dem Namen S. Leonardo verkauft. Es gibt Vintages und Tawnies, die 10, 20, 30 und 40 Jahre alt sind. Sie machen auch Ruby und Tawny Ports.

Während unseres Besuchs gab uns Miguel einige weiße und rote Portweine, unter anderem einen 100 Jahre alten Tawny, zum Probieren. Und wir fanden sie so gut, dass wir auch einige der Portweine in unseren Wein-Shop aufgenommen haben.

Kategorie
WeinPERSÖNLICHkeit
Tags
Miguel Braga, Quinta do Mourao, Ruby, Tawnies, Vintages, Weinpersönlichkeit

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