Porto & Douro Magazin | Douro-Tal - Tour zu historischen Bergdörfern
Barcos, Favaios, Provesende, Salzedas, Trevões und Ucanha. In diesen kleinen Bergdörfern im Douro-Tal gibt es uralte Traditionen, Architektur und sehr guten Wein.
Douro-Tal, Bergdörfer
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Bergdorf Provesende im Douro-Tal

Douro-Tal – Tour zu historischen Bergdörfern

Heute sind wir mal mit dem Auto unterwegs. Wir möchten Sie auf eine kurzweilige Tour zu historischen Bergdörfern mitnehmen. Für die sechs folgenden sehenswerten Winzerorte sollten Sie genügend Besuchszeit reservieren: Barcos, Favaios, Provesende, Salzedas, Trevões und Ucanha.

Was ist das Besondere an diesen Orten? Ganz einfach – Geschichte auf Schritt und Tritt. Hier wandelt der Reisende auf historischen Spuren: Man stößt auf Überreste aus der Eisenzeit, überquert römische Straßen und Brücken, kommt an romanischen Kirchen vorbei und kann Zisterzienserklöster und alte Adelspaläste aus dem 17. Jahrhundert besichtigen. Hier trifft man auf uralte Traditionen und Kunsthandwerk.

Und die unglaubliche Landschaft gibt’s als Sonderbonus gratis dazu. Es lohnt sich, in den sechs Bergnestern eine kurze oder auch längere Rast einzulegen beziehungsweise entspannt durch die Städtchen zu spazieren.

Favaios – Bekannt durch den Süßwein Moscatel

Unser erstes Ziel Favaios liegt fast direkt neben Alijó, nordöstlich von Pinhão. Die Anfänge des Weilers reichen bis in die Eisenzeit zurück. Überreste der alten Mauern sind auch heute noch sichtbar. Im Jahr 1211 erteilte König Alfons II. dem Ort die Stadtrechte. Inzwischen steht der gesamte historische Ortskern mit seinen sehenswerten steinernen Brunnenanlagen unter Denkmalschutz.

 

Kulinarisch ist das wohl bekannteste lokale Produkt der süffige Dessertwein namens Moscatel. Bei einem Besuch der örtlichen Kellerei Adega Cooperativa erfahren Besucher alles Wissenswerte über die Herstellung dieses Süßweins. Durch eine bis zu 24 Monate dauernde Reifezeit entfaltet der Likörwein sein typisches Moscatelaroma nach reifen Trauben.

Ein anderes traditionelles Produkt von Favaios ist das viereckige Brot. Um das Handwerk und die Tradition dieser beiden lokalen Erzeugnisse zu erhalten, eröffnete die Gemeinde im Juli 2012 das Brot- und Weinmuseum. Hier wird dokumentiert, wie sich diese Produkte und die Werkzeuge für ihre Herstellung im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben. Gleich vor dem Museum in der Rua Direita gibt es mehrere Cafés und Bars, die auf ein Gläschen Moscatel der örtlichen Winzergemeinschaft einladen.

Das Winzerdorf Barcos Trevões

In den beiden Winzerdörfern Barcos und Trevões, die nur einen Katzensprung von Pinhão entfernt sind, werden die Touristen mit einer grandiosen Aussicht empfangen. Barcos liegt am Ufer des Flusses Távora in der Nähe von Tabuaço. Übersetzt beutet Barcos so viel wie „Boote“ – eine Anspielung auf die Nähe zum Wasser. In zahlreichen historischen Dokumenten heißt es, dass es in Barcos eine mittelalterliche Burg gegeben haben soll, die dazu diente, sich gegen die Besetzung durch die Mauren zu wehren.

Eine Sehenswürdigkeit, die viele Kriege und Veränderungen überstanden hat, ist die Ortskirche Matriz de Barcos. Mit ihren gotischen Elementen und den aus der Romanik stammenden Verzierungen lässt sie sich bis ins 13. oder 14. Jahrhundert zurückdatieren. Bereits 1922 wurde sie als nationales Monument klassifiziert und gehört zu den kunsthistorisch bedeutsamsten Sakralbauten des Landes. In der nahegelegenen Kirche Santa Barbara ist der unversehrte Leichnam von Maria Adelaide de Sá Meneses begraben. Ihr fast perfekt erhaltener Körper wurde 1916, 38 Jahre nach ihrem Tod, gefunden. Obwohl Maria Adelaide nicht für ihr allzu frommes Leben bekannt war, wurde sie heiliggesprochen.

Die Einheimischen schwören, dass ihre Haare und Fingernägel immer noch weiterwachsen. Und eine weitere interessante Anekdote: Sie soll eine Abneigung gegen Schuhe und die Farbe Schwarz gehabt haben. Noch heute spenden ihr die Bräute von Barcos ihre Hochzeitskleider. Aus welchem Grund auch immer.

Trevões – bekannt für Wein, Olivenöl, Obst und Gemüse

Der Ort Trevões ist nicht nur für den Weinbau bekannt. In diesem Teil des Douro-Tals werden auch Olivenöl, Obst und Gemüse sowie Holz produziert, vor allem von Pinien- und Eukalyptusbäumen. Das 540-Seelen-Dorf gehört zur Gemeinde São João de Pesqueira.

Besuchenswert ist das örtliche Museum, das die Alltagsgeschichte der Bewohner, ihre Gewohnheiten und Entwicklung im Laufe der Jahrhunderte erzählt. Im Jahr 2001 eröffnet, bietet es eine Reise durch die Zeit mit Informationen über die Kultur, Lebensweise, Tradition und Geschichte der Bewohner.

Provesende – bekannt auch für die Bäckerei

Weiter geht’s nach Provesende in der Provinz Sabrosa, einer der ältesten Siedlungen Portugals und Heimat des berühmten portugiesischen Seefahrers Magellan. Das kleine Dorf Provesende liegt hoch oben auf einem Berg und zählt etwa 300 Einwohner. Mitten im Ort wartet der aus dem 4. oder 5. Jahrhundert stammende Santa-Marinha-Tempel auf Besucher.

Bei einem Spaziergang durch den Ort schlendert man an diversen Kapellen vorbei und ist beeindruckt von der Fülle der prachtvoll verzierten Häuser mit ihren aufwändig bepflanzten Vorgärten. Ein wahrer Hingucker! Wen das nicht beeindruckt, dem sei das fantastische Panorama vom Dorfzentrum über das Douro-Tal empfohlen. Im Ortskern von Provesende laden drei kleine Lokale zu einem heißen Kaffee ein.

Und in der benachbarten Bäckerei am Dorfplatz wird immer noch Brot traditionell im Holzofen hergestellt. Die Backstube ist in einer ehemaligen Ölmühle untergebracht. Spezialität des Hauses sind Maisbrot und die traditionellen „Bolos de carne“ („Fleischkuchen“). Auch heute noch steht die inzwischen weit über 80 Jahre alte Maria selbst am Holzofen und verkauft das Brot. Die körperlich anstrengenden Arbeiten überlässt sie inzwischen zum Glück ihren beiden Söhnen.

Salzedas mit seiner Zisterzienserabtei

Von Provesende fahren wir nach Salzedas, das am Ufer des Flusses Torno in der Region Tarouca liegt. Seinen Ursprung hat Salzedas im 12. Jahrhundert, als die Zisterzienserabtei errichtet wurde. Mit den Jahren wurde das Monasterio de Salzedas stetig umgebaut, und so können Besucher hier Elemente der Gotik und Renaissance, des Barocks und des Klassizismus bestaunen. Zwischenzeitlich war das Monasterio das größte und reichste Kloster Portugals. Die Besichtigung der Kirche ist kostenlos; der Besuch des Klosters kostet – außer am Sonntagvormittag – drei Euro.

Ucanha und die römische Brücke

In der Nähe von Salzedas befindet sich schließlich das sechste Weindorf Ucanha. Die dortigen Besiedlungen reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück. Abgesehen von den typischen Balkonhäusern und der Pfarrkirche kommen die meisten Besucher, um die römische Brücke über den Fluss Varosa zu sehen. Sie besitzt einen 20 Meter hohen Turm, der im 15. Jahrhundert an die Brücke angebaut wurde, um Maut und Steuern zu erheben. Man kann den Turm besteigen und wird mit einem weiten Blick über den Ort und die ihn umgebende Landschaft belohnt.

Hier endet unsere Tour durch die Weindörfer. Bei einem Besuch dieser malerischen Nester merkt man schnell, dass jeder Ort anders ist und seinen ganz eigenen Charme besitzt. Aber allen ist eines gemeinsam: ihre jahrhundertelange Weinkultur, die hier sowohl Land als auch Leute geprägt hat. Bei dieser Tour erhält der vinophile Reisende zumindest einen kleinen Eindruck davon, wie sich das Douro-Tal zu solch einem beeindruckenden Weinbaugebiet entwickelt hat.

 

 

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