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Miradouro do Suberco - Blick auf die Küstenstadt Nazaré
Portugal

Nazaré: Der portugiesische Ort mit den höchsten Wellen der Welt

von Porto & Douro
/
21. Mai 202428. August 2026
/
Kommentare 0

Wir waren schon zwei Mal in Nazaré. Einmal als Abstecher, um dort das Meer zu sehen… Und als wir zum ersten Mal die Steilküste am Miradouro do Suberco erreichten und von dort auf die Praia do Norte hinunterblickten, hat es uns erwischt. Den zweiten Aufenthalt haben wir so geplant, den Praia do Norte in vollen Zügen zu genießen und den kleinen, aber weltbekannten Ort besser kennenzulernen.
Nazaré ist der Ort, an dem die höchsten je gesurften Wellen der Welt brechen – aber wer nur wegen der Riesenwellen kommt, verpasst locker die Hälfte: ein authentisches Fischerdorf mit steilen Gassen, goldenen Sandstränden, einer bewegten Tradition und spektakuläre Ausflugsziele in unmittelbarer Nähe.

Ich glaube, wir verlieben uns mehr und mehr in Portugal. Während ich bzw. wir in den ersten Jahren immer nur im Douro-Tal unterwegs waren, erkunden wir mehr und mehr dieses tolle Land. Auch in diesem Jahr, im April, waren wir wieder einige Tage im Douro-Tal und haben auch darüber berichtet. Wir haben beispielsweise die neue Weinbar „Libatio“ erkundet haben.

Nazaré auf einen Blick

Wer wenig Zeit hat, findet hier das Wichtigste kompakt zusammengefasst:

Fakt Info
Lage Atlantikküste, Costa de Prata, Distrikt Leiria, Zentralportugal
Einwohner ca. 10.000
Entfernung ab Porto ca. 215 km (rund 2,5–3 Std. mit dem Auto)
Entfernung ab Lissabon ca. 120 km (rund 1,5 Std. mit dem Auto)
Berühmt für die höchsten je gesurften Wellen der Welt
Aktueller Wellenrekord 28,57 Meter, Sebastian Steudtner, Herbst 2024, Praia do Norte
Riesenwellen-Saison Oktober bis März, Höhepunkt November bis Februar
Bade-/Strandsaison Juni bis September
Empfohlene Aufenthaltsdauer 1 Tag für die Highlights, 2–3 Tage mit Umgebung

Der wichtigste Punkt gleich vorweg, weil er die meisten Erstbesucher überrascht: Wer im Hochsommer nach Nazaré kommt, um Riesenwellen zu sehen, wird enttäuscht – die Bade- und die Wellen-Saison schließen sich fast vollständig aus. Details dazu weiter unten im Saison-Kalender.

Warum ist Nazaré berühmt? Die Riesenwellen erklärt

Der Nazaré-Canyon: die wissenschaftliche Erklärung hinter den Monsterwellen

Dass ausgerechnet vor Nazaré die höchsten Wellen der Welt entstehen, ist kein Zufall, sondern Geologie. Direkt vor der Praia do Norte beginnt der Nazaré-Canyon, einer der größten Unterwasser-Canyons Europas: Er zieht sich über rund 210 Kilometer ins Meer hinaus und erreicht in der Tiefsee Tiefen von 4.300 bis 5.000 Metern. Am Beginn, nahe der Küste, ist der Canyon noch schmal und V-förmig, weniger als 100 Meter breit – in der Tiefe weitet er sich trichterförmig auf bis zu 7,5 Kilometer Breite.

Diese Form wirkt wie ein natürlicher Wellenverstärker. Trifft eine starke Atlantik-Dünung auf die steile Flanke des Canyons, wird die Wellenenergie am Canyonkopf gebündelt und regelrecht nach oben katapultiert, statt sich wie an einer normal abfallenden Küste allmählich abzubauen. Zusätzlich lösen sich am Meeresgrund Sedimentmassen, die mit bis zu 100 km/h in die Tiefe rutschen und der Welle noch einmal zusätzliche Energie mitgeben. Das Ergebnis: Wellen, die unter den richtigen Bedingungen auf 20, 25 oder sogar knapp 30 Meter anwachsen können – ein Phänomen, das es in dieser Konstanz und Höhe fast nirgendwo sonst auf der Welt gibt.

Weltrekord: die höchste je gesurfte Welle

Nazaré ist noch nicht so lang so weltberühmt, noch keine 20 Jahre. Im Jahr 2011 surfte der US-Amerikaner Garrett McNamara dort eine Welle, die zunächst als höchste je gesurfte Welle der Geschichte galt. Sie hat diesen kleinen Fischerort schlagartig in die internationalen Schlagzeilen gebracht. Seither gilt Nazaré, genauer die Praia do Norte, als das Epizentrum des Big-Wave-Surfens.

Den offiziellen Guinness-Weltrekord hält inzwischen der deutsche Surfer Sebastian Steudtner: 2020 wurde eine von ihm in Nazaré gerittene Welle mit 26,21 Metern offiziell zertifiziert. Im Herbst 2024 sorgte Steudtner erneut für Schlagzeilen, als eine von Drohnen vermessene Welle mit 28,57 Metern Höhe als neuer, bislang höchster je gesurfter Wellenritt gemeldet wurde – wieder an der Praia do Norte.

Praia do Norte – der berühmteste Big-Wave-Spot der Welt

Die Praia do Norte liegt direkt unterhalb des Leuchtturms und ist der Ort, an dem sich der Nazaré-Canyon-Effekt am stärksten zeigt. Bei großer Dünung versammeln sich hier Weltklasse-Surfer, Jetski-Teams für die nötige Anschubhilfe und oben auf den Klippen jede Menge Schaulustige. Auch wenn wir nicht selbst surfen: Bei hohen Wellen ist der Blick von den Klippen bei Forte de São Miguel Arcanjo oder vom Leuchtturm aus eines der beeindruckendsten Naturschauspiele, die Portugal zu bieten hat.

Wann kann man die Riesenwellen sehen? Der Saison-Kalender

Die Riesenwellen von Nazaré sind kein ganzjähriges Phänomen, sondern an starke Atlantik-Winterstürme gebunden. Wer gezielt Big-Wave-Surfen sehen möchte, sollte die Reise nach diesem Kalender planen:

Monat Riesenwellen-Chance Baden/Strand
Januar–Februar Sehr hoch (Hauptsaison) Ungeeignet, kühl und rau
März Hoch Ungeeignet
April–Mai Gering bis mäßig Bedingt, noch kühl
Juni–September Sehr gering bis keine Ideal (Hochsaison)
Oktober Steigend Abklingend
November–Dezember Sehr hoch Ungeeignet

Klar ist natürlich auch: In der Riesenwellen-Saison gibt es selbst keine Garantie, die großen Wellen zu sehen. Denn sie entstehen nur an einzelnen Tagen mit passender Dünung, oft mit wenigen Tagen Vorlauf angekündigt. Wer seine Chance verbessern will, sollte vor der Anreise einen Wellen-/Surf-Forecast oder die offizielle Nazaré-Webcam kontrollieren und dann kurzfristig planen. Umgekehrt gilt: Wer vor allem baden, in der Altstadt bummeln und die Fischrestaurants genießen möchte, liegt mit einem Sommerbesuch goldrichtig – dann ist nur eben nicht mit Monsterwellen zu rechnen.

Sehenswürdigkeiten in Nazaré

Sítio – die Altstadt über den Klippen

Sítio ist der historische, höher gelegene Stadtteil von Nazaré. Er befindet sich auf einem Klippenplateau über dem eigentlichen Ortskern und der Praia do Norte. Ursprünglich siedelten sich die Menschen hier oben an, um vor Piratenüberfällen sicher zu sein – heute ist Sítio vor allem wegen der spektakulären Ausblicke ein Muss für jeden Besuch. Enge Gassen, kleine Plätze und Restaurants mit Meerblick laden zum Verweilen ein, bevor es weiter zu den Aussichtspunkten geht.

Miradouro do Suberco und Baloiço da Ladeira

Der Miradouro do Suberco ist der bekannteste Aussichtspunkt Nazarés: Von hier blickt man direkt runter auf die Praia do Norte und hat von dort bei großer Dünung freie Sicht auf die Riesenwellen. Ein „Katzensprung entfernt“ liegt der Baloiço da Ladeira, eine Panoramaschaukel direkt am Klippenrand, die inzwischen zu einem der meistfotografierten Spots der Region geworden ist.Für ein gutes Foto lohnt sich früher Morgen oder späterer Nachmittag, wenn weniger Andrang herrscht.

Farol da Nazaré – der Leuchtturm

Der Leuchtturm von Nazaré liegt direkt oberhalb der Praia do Norte. Das Wahrzeichen kennt man von jedem Foto der Riesenwellen: Surfer, die scheinbar direkt am Fuß des Leuchtturms in gewaltige Wellen einsteigen. Im historischen Gebäude befindet sich heute eine kleine Ausstellung rund um das Thema Big-Wave-Surfen und die Geschichte der Riesenwellen von Nazaré. Hier kann man noch etwas Hintergrundwissen sammeln, um dann den Blick auf die Praia do Norte zu genießen.

Praia da Nazaré – der Hauptstrand

Unterhalb von Sítio, dem Ort oben auf der Steilküste, erstreckt sich die Praia da Nazaré. An diesem sehr breiten und gold schimmernden Sandstrand mit langer Strandpromenade finden sich viele Fischrestaurants, Cafés und die typischen bunten, ehemals traditionellen Fischerhäusern. Anders als die Praia do Norte ist dieser Strand ganz auf Baden, Sonnen und Familien ausgerichtet und bei ruhigem Wetter auch zum Schwimmen gut geeignet.

Forte de São Miguel Arcanjo

Die kleine Festung Forte de São Miguel Arcanjo liegt strategisch zwischen Leuchtturm und Praia do Norte und bietet einen weiteren exzellenten Blickpunkt auf das Wellenspektakel. Historisch wurde die Anlage für den Küstenschutz gebaut. Heute nutzen ihn die vielen Besucher sie vor allem als Fotospot – vor allem auch wegen ihrer Nähe zum Geschehen bei großen Wellen, Bei Wettkämpfen und besonders großen Swells wird der Bereich um die Festung zum inoffiziellen Zuschauer-Hotspot.

Igreja de Nossa Senhora da Nazaré

Diese Kirche in Sítio ist eng mit der Gründungslegende des Ortes verknüpft: Es heißt, dass eine wundersame Erscheinung der Jungfrau Maria den Ritter Dom Fuas Roupinho im 12. Jahrhundert gerettet hat, damit er im Nebel nicht mit seinem Pferd über die Klippen gestürzt hat. Dieses Ereignis gilt bis heute als Ursprungsgeschichte des Marienkults von Nazaré und dem Ort seinen Namen gegeben. In der Kirche sind kunstvolle Fliesenbilder (Azejulos) zu sehen, die genau diese Legende erzählen.

Ascensor da Nazaré – die historische Standseilbahn

Um nach Sítio zu kommen, kann man zu Fuß hochlaufen, mit dem Auto fahren oder aber die Ascensor da Nazaré nehmen. Die historische Standseilbahn ist seit 1889 in Betrieb. Innerhalb von wenigen Minuten überwindet sie von unten nach oben und natürlich umgekehrt eine Strecke von rund 380 Metern und einem Gefälle von 42 Prozent. Eine einfache Fahrt kostet für Erwachsene etwa 2,50 Euro, hin und zurück rund 4 Euro; die Bahn verkehrt täglich von früh morgens bis spät in die Nacht. Neben dem praktischen Nutzen ist die Fahrt selbst schon ein kleines Erlebnis mit tollem Blick über die Dächer der Stadt.

Strände rund um Nazaré – für Baden, Familien und Anfänger-Surfer

Neben dem weltbekannten Surferstrand und dem Strand direkt in Nazaré gibt es in der Umgebung weitere Strände, die sich erkunden lassen – je nach den persönlichen Bedürfnissen. Wer es ruhiger mag, findet nördlich und südlich von Nazaré kleinere, weniger überlaufene Strände, die sich gut zum Surfenlernen eignen. Die Praia do Norte ist ausschließlich den erfahrenen Big-Wave-Profis vorbehalten.

Ein paar Alternativen für alle, die abseits des Trubels einen ruhigeren Strandtag suchen: Nördlich von Nazaré liegt die Praia da Vieira, ein langer, breiter Sandstrand mit deutlich weniger Touristen und guten Bedingungen für Anfänger im Wellenreiten. Südlich lohnt sich ein Abstecher nach São Martinho do Porto, dessen fast kreisrunde, geschützte Bucht ruhiges, warmes Wasser bietet und sich damit hervorragend für Familien mit kleinen Kindern eignet – ein deutlicher Kontrast zum offenen Atlantik direkt vor Nazaré. Foz do Arelho, etwas weiter südlich in der Nähe der Lagune von Óbidos, ist bei Einheimischen sehr beliebt, weil der Atlantik dort viel ruhiger ist. Zudem lässt sich der Besuch gut mit einem Abstecher nach Óbidos verbinden.

Nazaré bietet mehr als nur Wellen: Kultur, Tradition und Küche

Die „Sete Saias“ – die traditionelle Fischerinnen-Tracht

Ein Bild, das Nazaré über Jahrzehnte geprägt hat, sind die Fischerfrauen mit den sieben übereinander getragenen bunten Röcken – den sogenannten „sete saias“. Es heißt, dass die vielen Lagen einerseits vor dem rauen Atlantikwind schützen, andererseits symbolisch für die sieben Meereswellen stehen. Auch wenn die Tracht im Alltag heute kaum noch getragen wird, ist sie bei Festen und in der lokalen Erinnerungskultur nach wie vor fest verankert und findet sich in Nazaré auf Fotos, Souvenirs und gelegentlich bei traditionellen Anlässen.

Fisch und Fischrestaurants

Entlang der Strandpromenade findet man bis heute Fisch, der dort traditionell in der Sonne getrocknet wird. Passend dazu ist Nazaré – wie viele andere Küstenstädte – natürlich ein hervorragender Ort für frischen, einfach gegrillten Fisch. In den zahlreichen Fischrestaurants an der Promenade genießen Einheimische und Touristen Klassiker wie Sardinen, Seebarsch oder Tintenfisch. Je einfacher zubereitet, um so leckerer. Zubereitet mit Olivenöl, Salz und einer Beilage Kartoffeln überzeugt die Region, die seit jeher vom Fischfang lebt.

Thermaltherapie und Wellness

Weniger bekannt, aber ein netter Kontrast zum wilden Atlantik: Nazaré bietet auch Thermal- und Thalasso-Anwendungen mit Meerwasser, von entspannenden Bädern bis zu Massagen und Schlammpackungen. Inzwischen ist das Bad etwas von der Zeit und dem Klima gezeichnet, aber trotzdem ist ein Aufenthalt hier eine angenehme Möglichkeit, dem Körper und dem Geist etwas Gutes zu tun – egal ob morgen oder nach einem Tag mit einem Spaziergang an den Klippen und Treppen zwischen Praia und Sítio.

Anreise und beste Reisezeit

Nazaré zwischen Porto und Lissabon

Mit rund 215 Kilometern von Porto aus oder knapp 120 Kilometer von Lissabon ist Nazaré kein Katzensprung, eignet sich aber gut als Tagesausflug oder als Zwischenstopp auf dem Weg zwischen diesen beiden Städten. Am einfachsten ist die Stadt via Auto zu erreichen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Verbindung weniger direkt. Wer die Reise ohnehin mit einem Zwischenstopp in Coimbra verbindet, kann die Strecke gut aufteilen: Porto – Coimbra – Nazaré ist eine naheliegende Route für alle, die auf dem Weg von Porto Richtung Süden mehrere Highlights Zentralportugals verbinden möchten – oder umgekehrt.

Mobilität vor Ort: Der Ortskern von Nazaré selbst lässt sich problemlos zu Fuß erkunden, für den Höhenunterschied zwischen Praia und Sítio hilft die Ascensor da Nazaré (siehe oben). Wer die Umgebung wie Óbidos, Batalha, Alcobaça oder die ruhigeren Strände erkunden möchte, ist mit einem Mietwagen auf jeden Fall flexibler unterwegs. Sonst stehen dort eher spärlich getaktete Regionalbusse zur Verfügung. Parkplätze gibt es sowohl am Ortskern als auch oben in Sítio, in der Hochsaison und an Tagen mit angekündigten Riesenwellen füllen sich die Plätze in der Nähe der Klippen allerdings schnell. Aber aufgepasst – hier werden oft Parkgebühren verlangt. Und natürlich werden die Parkscheine auch gut kontrolliert.

Beste Reisezeit: Baden vs. Wellen-Spektakel

Wie im Saison-Kalender weiter oben gezeigt, ist die Frage nach der „besten Reisezeit“ für Nazaré keine, die sich pauschal beantworten lässt – sie hängt komplett davon ab, was ihr erleben wollt. Für einen klassischen Strandurlaub mit warmem Wasser sind die Sommermonate Juni bis September ideal. Wer die Riesenwellen live erleben möchte, muss dagegen bewusst in der kühleren, regnerischeren Nebensaison zwischen November und Februar anreisen – dafür sind zu dieser Zeit auch deutlich weniger Touristen vor Ort, und die Unterkunftspreise fallen spürbar.

Ausflüge in die Umgebung von Nazaré

Nazaré liegt inmitten einer der geschichtsträchtigsten Regionen Portugals – wer schon einmal hier ist, sollte sich mindestens einen der folgenden Ausflüge nicht entgehen lassen.

Óbidos – die ummauerte Kleinstadt

Rund 25 Kilometer und damit etwa eine halbe Stunde Fahrzeit südlich von Nazaré liegt Óbidos, oft als „schönstes Dorf Portugals“ bezeichnet. Eine komplett erhaltene mittelalterliche Stadtmauer umschließt die weiß getünchten, mit leuchtend gelben und blauen Rahmen verzierten Häuser – ein Spaziergang auf der Mauer selbst ersetzt fast eine ganze Stadtbesichtigung. Highlights sind die jahrhundertealte Burg (heute ein Luxushotel = eine sogenannte Pousada), das kunstvolle Stadttor Porta da Vila mit Azulejo-Fliesen und kleine Buchläden, die in ehemaligen Kirchen untergebracht sind. Bekannt für diesen Ort ist Ginjinha, ein süßer Kirschlikör. Ihr solltet ihn unbedingt dort probieren, denn er wird traditionell in essbaren Schokoladenbechern serviert.

Kloster Batalha und Kloster Alcobaça

Etwa 33 Kilometer von Nazaré entfernt liegt das Kloster von Batalha, UNESCO-Weltkulturerbe und eines der eindrucksvollsten gotischen Bauwerke Portugals. Es wurde zur Erinnerung an den Sieg über Kastilien in der Schlacht von Aljubarrota 1385 errichtet. Der Bau, der fast über 200 Jahre gedauert hat, vereint gotische, manuelinische und Renaissance-Elemente. Am beeindruckendsten sind der filigran verzierte Königskreuzgang und die „Unvollendeten Kapellen“. Das nie fertiggestellte königliche Grabmal ist bis heute offen und ragt in den Himmel.

Noch etwas näher, nur rund 13 Kilometer von Nazaré entfernt, liegt das Kloster von Alcobaça. Es gehört ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe. Das 1252 fertiggestellte Zisterzienserkloster besticht durch schlichte, fast strenge gotische Architektur. Berühmt ist Alcobaça vor allem für die kunstvoll gestalteten Grabmäler von König Pedro I. und seiner heimlich geheirateten, nach ihrem Tod postum gekrönten Geliebten Inês de Castro. Dieses Paar gehört zu den bekanntesten und tragischsten Liebesgeschichten der portugiesischen Geschichte. Da beide Klöster nur rund 20 Autominuten auseinanderliegen, lassen sie sich hervorragend an einem Tag zusammen mit einem Nazaré-Besuch kombinieren.

Wie viel Zeit sollte man für Nazaré einplanen?

Für die wichtigsten Highlights – Sítio, Miradouro do Suberco, Leuchtturm, Praia da Nazaré – reicht ein Tag, zum Beispiel als Zwischenstopp auf der Fahrt zwischen Porto und Lissabon. Wer zusätzlich Zeit für einen schönen Sonnenuntergang oder die Ausflüge nach Óbidos, Batalha und Alcobaça einplanen möchte, in Ruhe an einem der Strände entspannen oder die Chance auf Riesenwellen mit etwas Puffer für schlechtes Wetter maximieren möchte, sollte zwei bis drei Nächte planen. Zudem gibt es auch viele Unterkünfte mit Blick auf das Meer über die einschlägigen Portale wie booking oder Airbnb.

Fazit: Lohnt sich ein Besuch in Nazaré?

Nazaré ist weit mehr als nur der Ort, an dem die höchsten Wellen der Welt brechen und die besten Surfer zu bewundern sind. Zwischen der Steilküste von Sítio, dem quirligen Strandleben an der Praia da Nazaré und der jahrhundertealten Fischertradition bietet der Ort für praktisch jeden Reisetyp etwas: Wellenspektakel im Winter oder entspannte Strandtage im Sommer. Für uns als Portugal liebende Familie steht fest: Ein Abstecher nach Nazaré gehört auf jede Portugal-Route, die über Porto und Lissabon hinausgeht.

Der Leuchtturm und die Klippen: Panoramablicke über die Küste

Ein absolutes Highlight unseres Besuchs in Nazaré ist der Besuch des imposanten Leuchtturms und der umliegenden Klippen, die eine atemberaubende Aussicht auf die Küste und den Ozean bieten. Man kann den Leuchtturm zu erkunden, der seit Jahrhunderten die Schiffe sicher durch die Gewässer vor Nazaré führt. Zudem genießt man dort von den Klippen eine spektakuläre Aussicht. Man fühlt sich etwas über den Wolken, wenn man hinunter auf Nazaré und das Meer schaut. Und genauso war es dann auch an unserem letzten Tag… die Wolken hingen am Berg fest und es ein fantastischer Blick vom Strand nach oben.

Die Surfkultur: Legendäre Wellen und internationale Surfer

Nazaré ist weltweit bekannt für seine legendären Wellen, die zu den größten und mächtigsten der Welt gehören. Jedes Jahr lockt der Ort Surfer aus der ganzen Welt an, die sich den Herausforderungen der berühmten „Nazaré Break“ stellen. Wir haben uns nicht zu nah an den Strand mit den wagemutigen Surfern getraut. Egal ob Profi oder Anfänger – Die Wellen bieten eine unvergessliche Surf-Erfahrung für alle.

Nazaré – Thermaltherapie nicht nur für alte und kranke Besucher

Die Küstenstadt bietet die Thermaltherapie eine erholsame Möglichkeit, Körper und Geist zu revitalisieren. Von entspannenden Thermalbädern bis hin zu therapeutischen Anwendungen wie Massagen und Schlammpackungen bietet Nazaré eine Vielzahl von Wellness-Erlebnissen, die dazu beitragen, Stress abzubauen, Muskelverspannungen zu lösen und das Immunsystem zu stärken. Auch wir sind in die heilenden Gewässer von Nazaré eingetaucht und haben die wohltuende Wirkung der Thermaltherapie inmitten der natürlichen Schönheit der portugiesischen Küste erlebt. Wir können diese nur weiterempfehlen.

Die nicht nur für Surfer bekannte Stadt ist ein wahres Juwel an der portugiesischen Küste, das mit seiner beeindruckenden Natur, seiner reichen Geschichte und seiner lebendigen Surf-Kultur beeindruckt. Von den malerischen Stränden über die historische Altstadt bis hin zu den legendären Wellen bietet Nazaré eine Fülle von Erlebnissen und Sehenswürdigkeiten, die jeden Besucher verzaubern.


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Kategorien: Portugal
Schlagwörter: Hotspot, Nazaré, Place to be, Portugal, Strand, Surfen

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